Alexia stand am Fenster der Offiziersmesse, eine Tasse dampfenden Kaffees in den Händen. Der vertraute, herbe Duft hüllte sie ein, während ihr Blick hinaus in die stille Schwärze des Alls glitt. E A
in Moment der Ruhe – und doch fluteten die Gedanken wie eine Sturmwelle zurück in längst vergangene Zeiten.
„Wie oft habe ich so gestanden?“ flüsterte sie leise.
Damals, auf der Herkules. Als das Schiff kaum mehr war als ein verrosteter Rumpf, und doch Heimat wurde. Sie erinnerte sich, wie sie mit KlausGLenk, Ringer, Ralf, Strocatello und Nobfoer ziellos durch die Galaxis trieb, bis sie auf Großbatz und Timper trafen. Sie wussten sofort: Hier war der Ort, an dem sie bleiben würden.
Die Arbeit war hart. Tage, Nächte, Monate voller Schweiß, voller Rückschläge. Und doch … sie hatten durchgehalten. Je mehr sie reparierten, je mehr sie kämpften, desto stärker wurde ihr Ruf. Immer mehr Gestrandete schlossen sich ihnen an: Nödu und Twin, Darkleri und Melandia, später auch eine junge Kämpferin – Barbara, die damals noch lernen musste, was es hieß, Verantwortung zu tragen.
Alexia sog den heißen Dampf ein. Ihr Herz zog sich zusammen, als sie an die alte GvG-Schlacht dachte. Wenige Krieger, kaum Ausrüstung – und dennoch ein Triumph, der Unmögliches möglich gemacht hatte. Sie erinnerte sich an Nächte, in denen die Gegner übermächtig schienen, an Tage, in denen sie glaubten, es sei vorbei – und doch hielten sie durch.
„Wir haben GvG nicht mit Stärke gewonnen“, murmelte sie. „Wir haben es mit Ausdauer und Zusammenhalt gewonnen.“
Damals hatte Logains Imperium versucht, sie niederzuringen. Damals wie heute standen die ??? und die Carnivore wie übergroße Titanen über dem Schlachtfeld. Doch der kleine Widerstand hatte nicht aufgegeben – und das war ihre wahre Stärke.
Sie nippte an ihrem Kaffee, ließ die Erinnerung weiterfließen.
„Aber QI …“ Ihre Stirn legte sich in Falten. „QI ist nicht GvG.“
Dort, im GvG, zählte der Wille. Jeder konnte mit bloßen Händen kämpfen, wenn es sein musste. Doch im QI war es anders. Hier entschied die Ausrüstung. Hier entschied, wer sich vorbereitet hatte, wer Schwert und Schild perfektionierte, wer seine Klingen schneller, härter, präziser führen konnte.
Und dann kamen die Gesichter. Die Namen flackerten in ihrem Kopf auf wie Sterne in der Nacht: Liesbeth, die treue, ruhige Kämpferin, die sich im Hintergrund unermüdlich um den Neuaufbau bemüht hatte. Immer wieder war es Liesbeth, die ihr Vorschläge machte, wen sie ansprechen, wer noch zur Mannschaft stoßen könnte – und Alexia wusste, wie wertvoll diese stille Stärke war. An ihrer Seite standen ebenso die Verlässlichen: Madro, der in jeder Schlacht mit unerschütterlicher Ruhe kämpfte, Soletti, dessen langjährige Erfahrung zu einer unverzichtbaren Stütze geworden war, Chrichri, der kluge und loyale Gefährte, Nobody, stets verlässlich und wortkarg, und Azard, dessen stille Wachsamkeit schon manches Unglück verhindert hatte.
Es waren nicht die lautesten Stimmen, nicht die hellsten Sterne, doch ohne sie hätte die Eternity nie ihre heutige Stärke erreicht. Jeder von ihnen war ein Puzzlestück – und Alexia wusste, dass gerade in ihrer Treue die wahre Kraft der Mannschaft lag.
Sie stellte die Tasse ab und atmete tief aus.
„In GvG konnten wir Fehler überstehen. Aber in QI …“ Alexia strich über die Oberfläche der Tasse, als könnte sie dort die Zukunft lesen. „In QI kostet uns ein Fehler alles.“
Doch dann huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. Denn ebenso wie damals, als die Herkules fast auseinanderfiel, hatte auch jetzt niemand geglaubt, dass sie bestehen könnten. Und doch stand die Eternity hier – stärker, entschlossener, größer als je zuvor.
„Vielleicht“, flüsterte sie, „wiederholt sich Geschichte doch. Vielleicht ist es genau dieser Kampf, in dem wir zeigen, dass wir das Unmögliche möglich machen können.“
Sie griff nach der Tasse, leerte sie in einem Zug und stellte sie entschlossen ab.
Dann wandte sie sich um – bereit, ihre Gedanken mit Marek, Stony und den Generälen zu teilen.