Der Krieg machte Pause. Zumindest fühlte es sich so an. Die Maschinen der Eternity brummten ruhig, kein Alarm, kein Funkverkehr, kein Schuss. D
Nur Stille.
Und Stille – das wussten alle an Bord – war gefährlicher als jede Schlacht. Im Gemeinschaftsraum saßen Smy, Ronja, Anfortas, Stony und Truphoss um einen Tisch, der schon bessere Tage gesehen hatte. Vor ihnen: ein halbleeres Fass Bier, fünf Krüge, und eine wachsende Menge Unsinn.
„Ich schwör’s euch,“ begann Truphoss, „Langeweile ist schlimmer als jede Laserkanone. Ich fang gleich an, mit den Wänden zu reden.“
„Mach das,“ meinte Smy trocken. „Vielleicht antworten sie dir. Mehr Niveau hätten sie jedenfalls.“
Ronja lachte laut. „Das war gut, Smy! Schreib das in dein Zitatbuch.“
„Ich hab kein Zitatbuch,“ murmelte Smy, „aber wenn ich eins hätte, würd’s nur aus Beleidigungen bestehen.“
Stony hob den Krug, grinste breit. „Na, immerhin haben Frauen ein Buch. Männer brauchen keins – wir improvisieren.“
„Ach ja?“ Anfo beugte sich vor, ihr Blick glitzerte gefährlich. „Deshalb fragt ihr uns dann, wo eure Rüstungen liegen?“
„Die Rüstungen verstecken sich vor uns,“ konterte Stony. „Weil sie wissen, dass wir sie in den Krieg schicken.“
„Oder weil ihr sie nie putzt,“ warf Ronja lachend ein.
Truphoss, der inzwischen leicht schwankte, hob den Finger. „Ich habe die ultimative Wahrheit entdeckt!“
Alle drehten sich zu ihm.
„Männer sind wie Kampfmechs: laut, rostig und brauchen ewig zum Aufwärmen.“
„Und Frauen?“ fragte Smy mit hochgezogener Braue.
„Wie gezielte Laser – präzise, gefährlich und meistens direkt auf unser Ego gerichtet!“
Ein kollektives Lachen brach los, das quer durch den Raum hallte. Selbst Anfortas musste grinsen. „Dann bist du wohl schon mehrfach getroffen worden.“
„Tödlich verwundet,“ seufzte Truphoss theatralisch und legte die Hand aufs Herz. „Aber ich lebe gefährlich – für die Wissenschaft!“
Stony grinste: „Wissenschaft? Du trinkst Bier und redest Blödsinn. Das ist keine Forschung.“
„Doch,“ entgegnete Truphoss stolz. „Ich erforsche, wie viele Bier man braucht, bis man glaubt, ein Philosoph zu sein.“
Smy nickte trocken. „Und das Ergebnis?“
„Eins weniger als ich hatte.“
Ronja prustete los, und auch Anfo schlug sich lachend auf die Knie.
„Ich schwör’s,“ rief sie, „wenn das Logain sehen könnte – der würde sofort kapitulieren!“
„Vor Lachen?“ fragte Stony.
„Vor Verzweiflung,“ korrigierte Smy.
Als Marek kurz darauf den Raum betrat, blieb er stehen und musterte das chaotische Bild:
fünf halbtrunkene Offiziere, Truphoss mit einem Löffel auf dem Kopf, Smy mit verschränkten Armen und einem leicht gequälten Lächeln.
„Was in aller Ewigkeit macht ihr hier?“
Truphoss salutierte schwankend. „Wir führen eine soziologische Feldstudie durch, Sir!“
Marek seufzte. „Und das Ergebnis?“
„Eternity ist kampfbereit,“ grinste Stony, „aber geistig längst drüber.“
Marek schüttelte den Kopf, drehte sich um – und man schwor später, er habe gelächelt.
Denn manchmal, dachte er, ist Lachen genau das, was eine Crew unsterblich macht.