Es war Halloween an Bord der Eternity – ein Tag, den niemand wirklich ernst nahm. Zumindest bis heute. Der Himmel über QI glühte gespenstisch orange, und selbst das All schien dunkler als sonst. In den unteren Decks, dort wo die Wartungsgänge endeten und das Licht flackerte, begann etwas, das die Crew so schnell nicht vergessen sollte. E
„Ich sag’s euch,“ knurrte Opi Michi, als er mit einer Taschenlampe durch den Gang stapfte, „Deck 13 ist verflucht. Da geht dauernd das Licht aus, und der Kompressor klingt, als würde einer drin atmen.“
Markus lachte leise. „Das ist kein Fluch, das ist Wartungsstufe drei. Wenn du die Filter nicht wechselst, kriegt sogar das Schiff Asthma.“
„Jaja,“ murmelte Michi, „sag das dem Schatten, den ich gestern gesehen hab. Zwei Meter groß, hat im Dunkeln gegrinst!“
DerMaler schüttelte den Kopf. „Du hast wieder zu viel Bier beim Abendessen gehabt.“ – „Das war keins,“ konterte Michi trocken. „Das war Medizin. Für die Nerven.“
Sie erreichten die Schleuse zu Deck 13. Die Türen öffneten sich mit einem unheilvollen Zischen. Drinnen flackerte nur eine Notbeleuchtung, irgendwo tropfte Wasser – obwohl hier gar keine Leitungen verliefen.
Sasa, die mit verschränkten Armen neben Ronja stand, hob eine Braue. „Wenn mir jetzt einer von euch ein ‚Buh‘ ins Ohr flüstert, hau ich ihm was über den Helm.“
„Ich würd’s nicht wagen,“ grinste Ronja. „Ich hab gehört, die Letzte, die hier ‚Buh‘ gesagt hat, wurde nie wieder gesehen.“
Ein kalter Luftzug wehte durch den Gang. Irgendwo fiel ein Rohrstück scheppernd zu Boden. Alle zuckten zusammen.
„Siehst du?!“ rief Michi triumphierend. „Sag ich doch, hier spukt’s!“
„Das war der Wind,“ entgegnete Markus.
„Im All?! Zeig mir mal, wo du hier Wind herkriegst, du Klugscheißer!“
Sie gingen weiter, tiefer hinein. Das Licht flackerte erneut, und plötzlich stand da – ein Schatten an der Wand. Groß. Breit. Bewegte sich nicht.
„Wer steht da?“ flüsterte Sasa.
Keine Antwort. Nur Stille. Dann – ein leises Kratzen. Ein metallisches Schaben, als ob etwas über den Boden kroch.
Ronja hob langsam ihre Lampe – und direkt vor ihnen fiel eine riesige Figur von der Decke.
Alle schrien auf – bis JustChriS plötzlich aus dem Dunkel trat, die Rüstung halb abgenommen, und sich vor Lachen den Bauch hielt.
„JustChriS?!“ keuchte DerMaler. „Bist du verrückt geworden?!“ – „Ich wollte nur testen, ob ihr bei einem Alarm auch wach bleibt,“ grinste er. „Scheint ja bestens zu funktionieren.“
Doch kaum hatte er das gesagt, ertönte hinter ihnen ein dumpfes Klopfen – drei Mal. Alle drehten sich gleichzeitig um. Da war niemand. Nur das Flackern der Lichter. „Das war jetzt aber nicht du, oder?“ fragte Ronja. JustChriS schüttelte den Kopf. „Nein.“
Und da sahen sie es – eine helle Schrift, die sich langsam über die Wand zog, als würde sie von einer unsichtbaren Hand geschrieben: „Deck 13 vergisst nie…“
Einen Moment lang war keiner fähig zu sprechen. Dann grinste Sasa schief. „Na wunderbar. Jetzt hab ich Albträume UND Putzdienst.“ – „Ich sag’s ja, verflucht,“ meinte Michi. „Ich bring morgen Weihwasser.“ – „Mach lieber Bier, das hilft immer,“ grinste Markus. – „Wenn’s hilft,“ brummte Michi, „bring ich beides.“
Als sie Deck 13 verließen, flackerte das Licht ein letztes Mal – und für einen Herzschlag glaubten sie alle, eine Gestalt am Ende des Ganges stehen zu sehen. Groß. Breit. Grinsend. Doch als sie das nächste Mal hinsahen, war da – nichts. Und irgendwo, tief im Inneren des Schiffes, hallte ein leises Lachen durch die Rohre. War’s nur der Wind? Oder doch Deck 13?
Keiner wollte es herausfinden.