Die Sterne funkelten wie unzählige kalte Augen, als die Eternity durch das schwarze Meer des Alls glitt. Ihr Rumpf war geschwärzt vom Feuer vergangener Schlachten, und doch schimmerte er im Licht ferner Sonnen wie eine eiserne Verheißung. Manche nannten sie ein Gespenstenschiff, andere einen Hoffnungsträger. Für ihre Besatzung war sie beides zugleich – Heimstatt und Waffe, Traum und Pflicht.
An der Spitze stand Kommandant Marek der durstige. Still saß er im Kommandosessel der Brücke, die Hände gefaltet, die Gedanken fern. Sein Blick ruhte auf den Karten der Galaxie, die in einem bläulichen Hologramm über dem Tisch schwebten. Er war kein Mann vieler Worte, doch jeder an Bord wusste, dass in seinen breiten Schultern und seinen ruhigen Augen mehr Stärke lag als in tausend Schwertern.
Neben ihm stand sein Bruder, Stony der durstige. Wenn Marek die Stille war, war Stony der Sturm. Er sprach laut, ging entschlossen voran und duldete kein Zögern. Die beiden Brüder ergänzten sich, wie Feuer und Stein – und obwohl sie oft uneins waren, vereinte sie ein unzerbrechliches Band.
Die Eternity lebte durch ihre Offiziere. Alexia, die rastlos umherging wie eine Flamme, sprach mit den jungen Rekruten, ermutigte sie, schärfte ihnen Mut ein. Sie hatte das seltene Talent, Herzen zu gewinnen, wo Klingen allein nichts erreichten.
Rüdiger dagegen zog sich gern zurück, grübelte über Strategien und Szenarien. Er glaubte an Worte, an Abkommen, an die Möglichkeit, einen Feind zum Verbündeten zu machen. Es war ein Glaube, den nicht jeder teilte, am wenigsten Barbara, deren Schwert stets griffbereit an ihrer Seite hing. Sie vertraute der Diplomatie so wenig wie einem Dolch im Rücken – für sie war Kampf die einzige Sprache, die in dieser Galaxie Gewicht hatte.
Inmitten all dieser Gegensätze bewegte sich Truphoss wie ein quirliger Funke. Jung, ungestüm und von einer unerschütterlichen Heiterkeit, brachte er Gelächter auf die Brücke, selbst wenn die Dunkelheit des Alls schwer auf allen lastete. Manch einer hielt ihn für leichtsinnig, doch wenn seine Klinge blitzte, verstummten die Zweifel.
Und dann war da noch Großbatz, der Älteste. Er sprach selten, und wenn er es tat, dann lauschten alle. Seine Worte waren wie Steine, schwer und dauerhaft. Niemand wusste, wie viele Schlachten er bereits gesehen hatte, doch seine Augen erzählten von Jahrhunderten voller Siege, Niederlagen und Opfer.
Sie alle, so unterschiedlich sie waren, verband ein gemeinsames Ziel: die Befreiung der Galaxie Greifental. Denn solange das Imperium herrschte, solange seine Schiffe plünderten und seine Klingen töteten, würde es keinen Frieden geben.
An diesem Tag, als die Eternity durch das endlose Dunkel glitt, erhob Marek die Stimme. „Bald,“ sagte er ruhig, und alle auf der Brücke hoben die Köpfe. „Bald werden wir den ersten Schlag führen. Und dann werden wir sehen, ob die Sterne uns gewogen sind.“
Ein Schweigen legte sich über die Brücke. Nur das leise Summen der Maschinen erfüllte den Raum. Doch in den Herzen der Krieger begann es zu brennen – das Feuer einer kommenden Schlacht.