← Alle Kapitel

Kapitel 2

Schatten des Imperiums


Am Rand der Galaxie Greifental lag die Festung des Imperiums wie ein Stachel im Fleisch der Sterne. Von dort aus regierte König Logain, ein Mann, dessen Name mit Furcht geflüstert wurde. Seine Stimme war laut, spöttisch, durchdrungen von der Gewissheit, dass niemand ihn je zu stürzen vermochte. Er war nicht nur ein Herrscher, er war ein Krieger, der stets an vorderster Front kämpfte, als wolle er selbst das Blut seiner Feinde kosten.

An seiner Seite stand Königin Isilara. Ihre Augen waren klar, ihre Worte leise, und in ihnen lag ein Wunsch, den sie nicht zu erfüllen vermochte: Frieden. Manchmal, wenn die Schlachten tosten und die Opfer ungezählt blieben, wagte sie, Logain zu bitten, den Krieg zu beenden. Doch er lachte nur und sprach von Ruhm und Herrschaft, als sei ihr Flehen nichts weiter als das Flüstern des Windes.

Unter den Offizieren des Imperiums ragte einer heraus: General Duke. Sein Blick war wach, seine Haltung aufrecht, und sein Herz schlug anders als das seines Königs. Wo Logain Schwert und Feuer sah, suchte Duke das Gespräch, die Verständigung, den Kompromiss. Viele hielten ihn deshalb für schwach. Doch die, die ihn kannten, wussten: seine Diplomatie war kein Zeichen von Feigheit, sondern von Mut.

Die Schlachtfelder, die das Schicksal entscheiden sollten, waren bereits auserkoren. Das erste trug den Namen GG – eine Welt, die einst voller Leben gewesen war. Doch Logains Kriegsmaschinen hatten sie in eine Wüste aus Asche verwandelt. Aus den weiten Ebenen ragten nur noch die stählernen Skelette verlassener Städte, und zwischen den Ruinen wehte der Geruch längst vergangener Leben. Dort, so wusste man, würden Armeen aufeinandertreffen und Blut den Staub tränken.

Das zweite Schlachtfeld, QI, war anders. Es war keine Welt, sondern eine gewaltige Orbitalfestung, die wie ein Herz im Zentrum der Galaxie schlug. Wer sie beherrschte, kontrollierte die Handelsrouten, die Kommunikationswege und damit das Schicksal von Millionen. QI war mehr als nur ein Bollwerk – es war das Tor zur Herrschaft über Greifental.

Doch das Imperium war nicht die einzige Gefahr für die Eternity. Tief im Schatten des Alls lauerte ein anderes Schiff: die Carnivore Group. Sie war alt, riesig und schwerfällig, doch ihre Größe allein ließ ganze Flotten erzittern. Einst hatte sie als unbesiegbar gegolten, heute knarrte ihr Rumpf unter dem Gewicht der Zeit.

Ihr Anführer, Oberster General Carnivore, war ein Veteran, dessen Ruhm in Liedern besungen worden war. Doch das Alter hatte seine Schultern gebeugt, seine Klinge stumpf gemacht. Man sah es in seinen müden Augen: Er hatte zu viele Schlachten geschlagen, zu viele Freunde sterben sehen. Sein Herz war nicht mehr hungrig nach Krieg.

Anders war es mit seiner Gefährtin, Blondie. Jung, wild, ungebändigt – sie führte eine gewaltige Armee, die nur auf ein Zeichen wartete, um loszustürmen. Ihre Klinge war scharf, ihr Wille ungebrochen. Sie kannte keine Gnade, und wo sie kämpfte, blieb nur Verwüstung zurück. Viele in der Galaxie fürchteten sie mehr als Logain selbst, denn ihre Ambitionen waren ebenso groß wie ihre Grausamkeit.

So standen die Mächte bereit.

Auf der einen Seite das Imperium, grausam und gierig.

Auf der anderen die Carnivore Group, ein Konkurrent, der sich in den Schatten hielt und auf den rechten Augenblick wartete.

Und dazwischen die Eternity – kleiner, schwächer, doch getragen von Mut und dem unerschütterlichen Glauben an eine bessere Zukunft.

In den Hallen der Eternity sprach Stony mit grimmiger Stimme: „Zwei Feinde, Bruder. Wir können nicht beide bekämpfen.“

Marek schwieg einen Moment, dann erwiderte er ruhig: „Vielleicht nicht. Aber wir können verhindern, dass sie uns nacheinander verschlingen. Wir müssen den ersten Schlag führen – und er muss sitzen.“

Die Entscheidung war gefallen. Die Eternity würde Kurs auf GG nehmen. Dort sollte das Feuer entfacht werden, das über die Galaxie hinausstrahlen würde.