Der Lärm aus der Offiziersmesse hatte sich längst gelegt. Die meisten waren gegangen, um sich für die nächste Angriffswelle vorzubereiten oder wenigstens ein paar Stunden Schlaf zu finden. Nur noch vereinzeltes Lachen und das leise Klirren von Krügen drang aus dem Gemeinschaftsraum. D
Marek, Stony, Beffi, Truphoss und Häpe saßen immer noch am alten Tisch, der nun mehr Bierflecken als Struktur hatte. Die Schlacht tobte draußen weiter, doch in diesen Wänden herrschte jener kurze, kostbare Frieden, der nur in Kriegszeiten wirklich zählt.
„Ich sag’s euch,“ begann Beffi mit leichtem Schwanken, „wer morgen wieder zu spät kommt, der darf Stonys Suppe trinken. Kalt!“
Stony verzog das Gesicht. „Das grenzt an Folter, Beffi.“
Truphoss prostete ihm zu. „Genau deshalb ist es effektiv.“
In diesem Moment öffnete sich die Tür leise – und Anfortas trat herein.
Sie trug noch immer die staubige, kampfzerkratzte Rüstung, das Schwert locker über die Schulter gehängt. Ihre Augen musterten die Runde, und ein müdes, aber ehrliches Lächeln huschte über ihr Gesicht.
„Ich hätte nie gedacht,“ sagte sie ruhig, „dass ich eines Tages in einer Armee lande, in der Bier offenbar zu den strategischen Ressourcen gehört.“
„Wir nennen es Treibstoff,“ erwiderte Marek trocken.
„Und manchmal Heilmittel,“ ergänzte Truphoss, der gerade versuchte, mit einem Krug auf einem Bein zu balancieren.
Anfo lachte leise, setzte sich und griff selbst nach einem Krug. „Dann lasst mich raten – ihr trinkt, weil wir heute gewonnen haben?“
„Weil wir nicht verloren haben,“ korrigierte Häpe.
Beffi nickte zustimmend. „Und weil wir morgen wieder anfangen müssen, nicht zu verlieren.“
Barbara kam kurz darauf dazu, gefolgt von Trolli und Chillout. Alexia saß wie versprochen schon dort, immer noch mit einer Kaffeetasse in der Hand – doch sie hatte aufgegeben, sich gegen das Bier zu wehren.
„Ich trinke das, weil es nach Verantwortung schmeckt,“ murmelte sie, woraufhin Trolli laut prustete. „Dann hast du die falsche Sorte! Hier, probier meine – die schmeckt nach Freiheitsdrang!“
Anfo nahm einen tiefen Schluck und stellte den Krug mit Nachdruck ab. „Ich hab in meinem Leben viele Armeen gesehen – die ???, Carnivore, Logains eigene Flotte. Alle diszipliniert, alle stählern, alle tot in der Seele. Aber das hier…“ Sie sah sich um, auf die lachenden Gesichter, das Chaos, das Bier auf dem Boden. „…das hier lebt.“
Marek hob die Braue. „Manche sagen, zu sehr.“
„Dann sollen sie’s besser machen,“ konterte sie scharf. „Ich kämpfe lieber mit denen, die noch lachen können, als mit leeren Hüllen in glänzender Rüstung.“
Einen Moment lang war es still, dann hob Beffi ihren Krug. „Dann trinken wir auf die verrückteste, lauteste, sturste Crew, die diese Galaxie je gesehen hat!“
„Auf die Eternity!“ riefen alle durcheinander.
Häpe kippte sein Bier halb über den Tisch, Trolli stimmte einen schiefen Gesang an („Wenn Sterne fallen, fällt mein Bier...“), und selbst Alexia lächelte – wirklich, ehrlich, mit jenem Blick, den man sonst nur in stillen Siegen sieht.
Als der Morgen langsam graute, lehnte sich Marek zurück.
Draußen blitzten die Feuer von QI, das dumpfe Grollen der Geschütze hallte durch die Hülle.
Doch hier, in diesem kleinen Raum, war die Stimmung heller als jede Sonne.
„Weißt du, Stony,“ murmelte Marek, „vielleicht ist das unser größter Vorteil.“
„Was denn?“ „Dass wir selbst inmitten der Hölle noch Platz für ein Lachen haben.“ Stony nickte und stieß mit ihm an. „Dann lachen wir, Bruder – bis die Sterne verstummen.“
Und irgendwo draußen, zwischen all dem Feuer, antwortete das Echo der Eternity – ein Herz aus Stahl, Schaum und Hoffnung.