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Kapitel 22

Zwischen Feuer und Bier


Draußen toste der Krieg. Über den Orbitalringen von QI flammten Explosionen auf wie grelle Blitze am Himmel. Die Schilde der Eternity glühten, das Dröhnen der Geschütze hallte bis tief in die unteren Decks. Doch im Gemeinschaftsraum des Schiffes war es – für ein paar Stunden – still. D

Oder zumindest: so still, wie es bei Marek, Stony, Beffi und Truphoss je werden konnte.

Ein leises Zischen verriet, dass die Zapfanlage wieder in Gang war. Der Geruch von Metall, Öl und Schweiß mischte sich mit dem von frischem Bier.

„Wenn wir schon mitten im Inferno stehen,“ murmelte Stony, während er sich einschenkte, „dann wenigstens mit Stil.“

Beffi grinste breit. „Mit Stil? Du meinst mit Schaum!“

Truphoss hob den Krug. „Auf das, was noch steht!“

Marek nickte. „Und auf das, was noch kommt.“

Ein dumpfes Grollen vibrierte durch den Boden – ein ferner Einschlag. Niemand zuckte. Die Männer und Frauen der Eternity hatten gelernt, das Donnern des Krieges zu ignorieren, wenn sie konnten.

Beffi nahm einen tiefen Schluck, wischte sich über die Lippen und grinste schelmisch. „Weißt du, Marek, ich hab heute fast Logains Drohne erwischt. Fast! Sie war schon im Fadenkreuz – und dann kam Truphi, der Held der Stunde, und stolpert in meinen Schuss!“

„Ich bin gefallen, weil ich Held bin!“ protestierte Truphoss. „Ein wahrer Held prüft zuerst, ob der Boden sicher ist.“

Stony lachte dröhnend. „Dann bist du der sicherste Held der Galaxie! Du liegst ja ständig auf dem Boden!“

Das Gelächter hallte durch den Raum, ein Moment echter Freude zwischen all dem Chaos.

Marek lehnte sich zurück, nahm einen Schluck und ließ den Blick über seine Freunde schweifen. „Ihr wisst schon, dass wir wahrscheinlich gerade mitten im gefährlichsten Moment der Schlacht sitzen?“

Beffi winkte ab. „Ach was. Wenn Logain wüsste, dass wir hier sitzen und Bier trinken, würde er vor Wut schäumen – und das ist der einzige Schaum, der mir weniger gefällt als der hier!“

Truphoss kicherte, hob sein Glas. „Ich sag’s euch: Wenn wir das überleben, eröffne ich eine Bar. Die Galaktische Hopfenoffensive. Nur für Veteranen!“

„Dann brauch ich einen Platz an der Wand,“ meinte Stony trocken, „mit der Aufschrift: Hier saß der Mann, der die Küche zerstörte.“

Beffi schüttete sich beinahe ihr Bier über den Tisch. „Oh nein, nicht wieder die Geschichte von der Suppe!“

„Doch!“ rief Truphi sofort. „Die Suppe, die sogar die ??? hätte besiegen können!“

„Sie hat was besiegt,“ murmelte Marek trocken. „Meinen Appetit.“

Erneutes Gelächter. Für einen Moment waren sie keine Generäle und Offiziere mehr, keine Helden oder Strategen – nur Freunde, die sich erinnerten, dass Lachen manchmal die stärkste Waffe war.

Dann kam ein Funkruf aus dem Lautsprecher: „Sektion 4 meldet stabile Lage. Keine neuen Angriffe.“

Stony sah auf. „Siehst du? Selbst das Universum gönnt uns ein Bier.“

Beffi hob den Krug. „Dann lasst uns trinken – auf die, die kämpfen, auf die, die wachen, und auf die, die schlafen und’s morgen wieder vermasseln!“

Marek lächelte leise, hob sein Glas. „Und auf uns – dass wir nie vergessen, warum wir kämpfen. Für die Freiheit. Und für das nächste Bier.“

Die Krüge stießen an.

Draußen krachten die Kanonen, drinnen hallte das Lachen.

Und irgendwo zwischen Feuer und Bier lebte der Geist der Eternity – unbesiegbar, unverwüstlich, und verdammt durstig.