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Kapitel 99

Tag 7: Nicht feiern, nur weiter


Tag sieben von elf“, sagte Marek und starrte auf die Karte, als würde sie ihn persönlich beleidigen. „Das klingt wie… Mitte vom Berg.“ T

Stony nahm einen Schluck und nickte. „Mitte vom Berg ist genau der Punkt, wo Leute denken: Läuft doch. Und dann stolpern sie.“

Markus, aka Uhu, lehnte sich zurück. „Also: nicht stolpern. Got it. Ich bin Bodeneule. Ich stolpere professionell.“

Truphoss grinste. „Uhu, wenn du stolperst, nennst du das ‘taktisches Abrollen’.“

„Natürlich“, sagte Markus ernst. „Ich bin ein Vorbild. Für alle, die nicht fliegen können.“

Ronja klopfte mit dem Finger auf den Holo-Tisch. „Leitung war lückenlos. Schichten saßen. Niemand hat gepennt, niemand hat sich verquatscht. Ich hab selten so wenig Chaos gesehen.“

Chillout hob die Augenbraue. „Das klingt gefährlich. Zu wenig Chaos bedeutet, das Chaos lädt gerade nach.“

Smy lächelte knapp. „Die drei Fragezeichen wirken müde. Seit vorgestern wanken sie. Gestern sind sie eingeknickt.“

Anfo schnaubte. „Ich hab’s gesehen. Früher waren sie eine Wand. Jetzt sind sie… eine Wand mit Rissen.“

„Eine Wand aus Pappe“, warf Truphoss ein. „Mit ‘Bitte nicht anfassen’ Schild.“

Schnatti lachte. „Und wir sind die Leute, die beim Schild lesen schon drüberlaufen.“

Marek zeigte kurz auf die Anzeige. „Zwischenstand: Wir führen deutlich. Und ja, ich weiß, was ihr jetzt denkt.“

Stony: „Nicht feiern.“

Marek: „Genau. Nicht feiern.“

In dem Moment trat Alexia dazu, Kaffeetasse in der Hand, Blick wie ein Messer, das höflich lächelt. „Wer hat gerade ‘feiern’ gedacht?“

Truphoss hob unschuldig beide Hände. „Ich hab nur an… Motivation gedacht.“

Alexia nippte am Kaffee. „Motivation ist gut. Aber wer jetzt locker lässt, wird in zwei Tagen heulen.“

Markus nickte eifrig. „Ich heule nur innerlich. Aus Professionalität.“

Chillout deutete auf eine Reihe Marker. „Die Fragezeichen sind nicht tot. Die sind nur leiser. Und leise Gegner sind die, die plötzlich wieder schreien.“

Ronja: „Dann schreien wir zuerst.“

Smy: „Nein. Wir bleiben ruhig. Und konsequent.“

Anfo: „Und wenn sie doch schreien?“

Marek: „Dann schreien wir… mit Ergebnissen.“

Stony lehnte sich vor. „Übrigens. DerMaler.“

Schnatti grinste breit. „DerMaler hat heute komplett übertrieben.“

„Überragend“, bestätigte Marek. „Dreimal stärker als der Durchschnitt. Ich hab kurz geguckt, ob er heimlich drei Leute ist.“

Truphoss prustete. „Vielleicht malt er die Gegner einfach weg.“

Alexia: „Dann soll er bitte auch die letzten fünf Tage wegmalen.“

Alle lachten kurz, aber niemand vergaß, was da stand: fünf Tage.

Fünf Tage, in denen ein einziger Fehler reichen konnte, um alles zu drehen.

Marek stellte seinen Becher ab. „Hört zu. Wir sind vorne, ja. Aber das Imperium war nicht umsonst ungeschlagen.“

Alexia stellte die Tasse ab, sah in die Runde, und ihre Stimme war ruhig, aber schwer. „Noch fünf Tage. Wir halten die Linie, wir halten den Druck, wir halten uns gegenseitig. Und dann…“

Truphoss grinste. „Dann trinken wir.“

Alexia hob eine Augenbraue. „Dann gewinnen wir.“

Marek lächelte. „Und dann trinken wir.“

Ein kurzes Nicken ging durch die Runde.

Draußen tobte der Krieg, aber drinnen saß etwas, das gefährlicher war als jedes Imperium: eine Crew, die gerade gelernt hatte, wie man nicht einbricht.