← Alle Kapitel

Kapitel 33

Sonntag im Krieg


Es war Sonntagmorgen. Auf der Eternity roch es nach frischem Kaffee, Metall und müder Hoffnung. Die Generäle saßen in der Offiziersmesse, zwischen taktischen Karten und Krügen mit lauwarmem Frühstücksgetränk. E

Draußen tobte noch immer der Krieg, doch hier – für einen kurzen Moment – herrschte Konzentration.

„Die Nacht war hart,“ murmelte Marek, während er den Becher in den Händen drehte.

„Zu hart,“ antwortete Stony, „aber sie hat uns wachgerüttelt.“

Nach dem schweren Einschlag des Vortags, der sie viele Punkte gekostet hatte, war die Eternity wie nach einer Ohrfeige aufgestanden.

Und sie hatte zurückgeschlagen – mit aller Kraft.

Die Gefechte über die ganze Nacht waren erfolgreich gewesen.

Anfortas hatte an der Südflanke gehalten, Smy die Mitte stabilisiert, Truphoss improvisiert, wo Pläne scheiterten.

Selbst die jungen Soldaten hatten sich bewährt.

„Wir haben ihnen gezeigt, dass wir nicht fallen,“ sagte Alexia mit einem zufriedenen Nicken.

Rüdiger blickte auf das Holo der Karte. „Heute wird entscheidend. Wenn wir den Rhythmus halten, können wir sie weiter unter Druck setzen.“

„Rhythmus?“ fragte Beffi und biss in ein Stück Brot.

„Ja,“ antwortete Rüdiger ruhig, „jede Stunde. Punkt null. Wenn der Minutenzeiger steht – sind wir bereit.“

Marek nickte langsam. „Keine halben Einsätze. Jede Stunde zählt. Wer pünktlich ist, kämpft doppelt stark.“

„Dann stellen wir Wecker,“ brummte Stony.

Truphoss grinste. „Ich brauch keinen Wecker. Mein Bier läuft im Takt.“

Ein leises Lachen ging durch die Runde – kurz, aber ehrlich.

Dann stand Alexia auf. „Ab jetzt gilt: volle Stärke, volle Stunde. Keine Lücken, keine Pausen.“ Ihre Stimme hallte über die Lautsprecher, hinaus in die Decks, in die Schlafräume, in die Herzen der Crew. „Wenn der Minutenzeiger auf null steht, kämpft Eternity. Jede Stunde, jede Schlacht, jeder Atemzug!“

Ein Chor von Bestätigungen rauschte über die Kanäle.

Die Crew war bereit.

Sonntag oder nicht – für sie gab es keine Wochenenden, nur Siege.