Die GG-Meisterschaft verlief ruhig – zu ruhig. Kein Alarm, kein Funken, kein Schweiß auf der Stirn der Crew. Nur Routine. Und Routine war gefährlich, denn sie führte unweigerlich zu einem altbekannten Phänomen auf der Eternity: Bierabende. D
Im Gemeinschaftsraum roch es nach geröstetem Getreide, Öl und Abenteuer. Der alte Tisch, der schon mehr Schlachten gesehen hatte als mancher Offizier, stand voll mit Krügen und Flaschen.
Marek saß an der Stirnseite, die Arme verschränkt, während Stony versuchte, aus Ersatzteilen ein neues Zapfventil zu basteln.
„Wenn das Ding explodiert, bist du der Erste, der putzt,“ murmelte Alexia, die das Schauspiel mit einer Tasse Kaffee beobachtete.
„Ach was,“ grinste Stony, „ich hab den Druck im Griff.“
„Genau wie beim letzten Mal?“ fragte Beffi und hielt demonstrativ ein Handtuch bereit. „Das war Absicht!“ verteidigte er sich.
„Klar,“ kicherte Truphoss, „’ne Druckwelle als Stimmungsmacher.“
Kaum hatte Stony das Ventil aufgedreht, schoss ein goldener Strahl quer durch den Raum und traf Häpe mitten ins Gesicht.
„Volltreffer!“ rief Truphoss begeistert. „Und der Preis für das beste neue Fassdesign geht an – Stony den Spritzigen!“
„Ich schwör’s, irgendwann bau ich dir einen Helm aus Blechdosen,“ murmelte Häpe und wischte sich den Schaum aus den Augen.
In diesem Moment kam Anfortas herein, gefolgt von Este. Sie hielten inne, betrachteten das Chaos – Bier auf dem Boden, lachende Soldaten, fliegende Gläser – und Anfo seufzte.
„Ihr nennt das also Kriegsdisziplin?“
„Nein,“ meinte Marek trocken, „das ist Moralpflege.“
Truphoss stand auf, hob seinen Krug und verkündete mit ernster Miene: „Ich habe eine neue Kampfkunst erfunden! Bier-Do!“
„Bier… was?“ fragte Este skeptisch.
„Bier-Do! Die Kunst, das Gleichgewicht zu bewahren, wenn der Krug leer ist!“
„Also Balance im Untergang,“ murmelte Alexia lachend.
Beffi wollte es ausprobieren, stellte sich breitbeinig hin, hob ihren Krug und rief: „Für Eternity!“ – nur um im nächsten Moment über Truphoss’ Fuß zu stolpern und ihr Bier über den Tisch zu gießen.
„Neue Technik,“ kommentierte Marek, „Sturzangriff mit Flankenverlust.“
Das Gelächter schwoll an, so laut, dass man es wahrscheinlich noch im Maschinenraum hörte.
Smy trat kurz darauf herein, verschränkte die Arme und grinste schief. „Ich warte noch auf den Moment, wo ihr das Bier wirklich als Waffe einsetzt.“
„Zu spät,“ rief Truphoss stolz, „letztes Mal hab ich damit einen ??? besiegt!“
„Und heute?“ fragte sie.
„Heute kämpf ich gegen die Schwerkraft,“ lallte er und setzte sich lachend.
Der Abend zog sich hin, und irgendwann waren selbst die ernstesten Gesichter weich geworden.
Draußen glitzerten die Sterne still, als wüssten sie, dass drinnen gerade etwas geschah, das wichtiger war als jede Schlacht:
Lachen. Freundschaft. Zusammenhalt.
Beffi hob ein letztes Mal ihren Krug. „Auf die Eternity – auf das Schiff, das selbst im Krieg nie verlernt hat, zu lachen!“
„Für Eternity!“ riefen alle im Chor – und der Ruf hallte wie ein Schwur durch die Nacht.